Reizdarmsyndrom? Mit diesen 11 Tipps wird es dir bald besser gehen!

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich vermute mal, dass mindestens jeder Zweite oder Dritte, der diesen Artikel liest irgendeine Form eines chronischen Darm- und Verdauungsproblems hat. Laut Statistik soll in unserer (westlichen Bevölkerung) bis zu jeder Vierte ein Reizdarmproblem haben. Mein Guess ist, dass die Zahl sogar viel höher ist, da viele Menschen zum Teil nicht mit den Symptomen zum Arzt gehen und auch viele Ärzte das Syndrom nicht richtig diagnostizieren können.

 

Warum ist das so schwierig? Weil ein Reizdarmsyndrom (RDS oder auf englisch auch „irritable bowel syndrome“ (IBS)) ziemlich schwer zu diagnostizieren ist und sich wenige Ärzte damit auskennen. Weil dieses Thema so komplex ist, so viele Menschen darunter leiden, so wenige sich mit einer guten Therapie auskennen, schreibe ich momentan an einem Guide für Reizdarmpatienten, der eine kleine Hilfe sein soll und bei mir einiges bewirkt hat, also: stay tuned!

 

Was ist ein Reizdarmsyndrom (IBS) eigentlich?

 

Per Definition hast du bereits einen Reizdarm, wenn du chronisch (also ständig oder sehr häufig) Bauch- und Darmschmerzen und Krämpfe hast, leicht einen Blähbauch bekommst, von Durchfall oder Verstopfung geplagt bist (oder oft auch beidem), also unregelmäßigen Stuhlgang hast- und das, ohne, dass pathologische Auffälligkeiten in deinem Darm festzustellen sind (also z.B. kein verändertes Darmgewebe). Das Problem bei der Diagnose ist, dass jeder Mensch eine völlig unterschiedliche Ausprägung haben kann von diesem Syndrom. Manche Menschen haben chronische Verstopfung und manche kommen kaum von der Toilette herunter. Andere wiederum kämpfen täglich mit einem Blähbauch und wiederum andere haben einfach mal alles zusammen. Das zweite Problem ist, dass die Ursachen bei jedem Menschen anders sein können und daher das Syndrom „multifaktoriell“ ist, also sehr komplex. Im Grunde ist das Syndrom nicht schlimm und hat auch keinen Effekt auf eine kürzere Lebenszeit, aber die Leute unter euch, die sich hier angesprochen fühlen, wissen, dass die Verdauungsprobleme und Schmerzen eine massive Beeinträchtigung deiner Lebensqualität sind.

 

Wenn der Arzt keine Gewebeveränderungen oder in deinem Blutbild irgendeinen Nachweis für Unverträglichkeiten findet, läuft es häufig auf die schwammige Diagnose „Reizdarm“ hinaus. Aus eigener jahrelanger Erfahrung kann ich sagen, dass häufig ein Gang zum Arzt sich nur lohnt um Unverträglichkeiten oder schlimmeres auszuschließen, für die Diagnose Reizdarm brauchst du aber eigentlich keinen Arzt, denn nur du kennst dich selbst am besten und wann deine Symptome auftreten und wann sie wieder besser werden. Zumindest kannst du dies lernen!

 

Auch für die Behandlung gibt es kein Patentrezept. Ich werde dir hier zumindest ansatzweise einige Anregungen geben, die dir Linderung verschaffen und von denen dir zumindest einige helfen werden! Ausprobieren und für sich das durchziehen, was für dich am besten funktioniert ist bei dieser Problematik die effektivste Lösung.

Warum habe ich einen Reizdarm?

Wir wissen, dass die Diagnose schon sehr schwierig sein kann und, dass die meisten Ärzte sich auch sehr schwer damit tun geeignete Tipps zu geben und eine effektive Behandlung zu empfehlen.

Kurz gesagt sind vor allem 2 Faktoren für deine Symptome bei diesem Syndrom verantwortlich:

  1. Die Darm-Hirn-Achse
  2. Eine gestörte Darmflora

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Die Medizin und die Forschung haben bislang noch nicht gänzlich verstanden, warum ein Mensch einen Reizdarm entwickelt und es gibt auch immer noch nicht genügend Daten aus Studien dazu.

 

Eine Störung der Kommunikation zwischen Darm und Hirn über das parasympathische Nervensystem ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung. Wenn du z.B. häufig unter Strom stehst und negativen Stress hast, wirkt sich dies unmittelbar auf deine Darmgesundheit und deine Darmflora aus. Deine Durchblutung im Darm verändert sich, die Produktion deiner Verdauungssäfte verändert sich (du kannst z.B. bestimmte Bestandteile deiner Nahrung nicht richtig verdauen, z.B. Laktose oder auch z.T. Stärke), deine Darmperistaltik nimmt ab oder verstärkt zu (jeder reagiert anders) und in Folge dessen verändert sich auch die Zusammensetzung deiner Darmflora und begünstigt eher Bakterienstämme, die nicht so förderlich für uns sind und unsere Symptome wie z.B. einen Blähbauch oder schlimmeres hervorrufen können.

 

Häufig tritt ein Reizdarm auch auf nachdem einmal eine Infektion im Darm stattgefunden hat und nach Antibiotika Einnahme, die deine natürliche (gute!) Darmflora angreift.

Alles sehr komplex, wie du siehst. Kurz zusammengefasst liegt die Ursache häufig im Gehirn und in deiner Darmflora.

Eine gestörte Darmflora kann sich z.B. auch und vor allem durch schlechte Ernährung manifestieren, nach Antibiotika Behandlungen oder auch indirekt durch Stress, wie eben beschrieben.

 

Interessant ist auch, dass Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, häufiger an IBS leiden als andere Kinder, da sie weniger schützende Bakterien der Mutter erhalten bei der Geburt, die das Kind von Anfang an für das ganze Leben lang schützen und das Immunsystem stärken.

 

Wie werde ich beschwerdefrei?

Da IBS so viele Symptome hat und so viele Ursachen, kann man auch viele unterschiedliche Ansätze ausprobieren und für sich herausfinden, was einem guttut und dauerhaft hilft.

Ich möchte dir ein paar Tipps zur Symptombekämpfung geben aber vor allem Methoden an die Hand geben, um die Ursachen zu bekämpfen und dich idealerweise selbst zu heilen oder zumindest fast symptomfrei zu leben; ist alles von mir selbst wirksam erprobt J

Die Forschung probiert momentan sehr viel in der Richtung, die Darmflora zu modifizieren. Das bedeutet, dass man seine Darmflora langfristig zum Positiven hin verändern kann, damit die Symptome nicht mehr auftreten, da ein Großteil der Symptome durch eine kranke Darmflora hervorgerufen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass IBS Patienten weniger gute Bakterienstämme wie Lactobazillen und Bifidobakterien im Darm angesiedelt haben und dafür andere Stämme, die Symptome wie z.B. Blähungen hervorrufen können neben vielem anderen (Clostridium, Escherichia coli , Salmonella, Shigella and Pseudomonas ).

Wie steuerst du deine Darmflora und machst sie gesund?

Indem du

  1. Gesund isst! Viele Tipps findest du hier in meinem Blog. Speziell für Reizdarmpatienten kann es sehr hilfreich sein, wie sich ebenfalls in Untersuchungen gezeigt hat, dass für einige Wochen eine sog. FODMOP Ernährungsweise die Symptome stark verbessert. Was das wiederum genau ist und wie du das genau angehst, bespreche ich mit dir gerne in einem weiteren Artikel.
  2. Viel Wasser trinkst, sehr gut ist auch Ingwertee
  3. Probiotisch isst (Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Kombucha, Miso…)
  4. Ein Probiotikum nimmst für mind. 2-3 Monate, welches ich vor allem bei Reizdarmpatienten zusätzlich empfehlen kann, da Studien gezeigt haben (und auch meine eigene Erfahrung), dass dadurch eine bedeutende Verbesserung eintrat nach einiger Zeit. Sogar die ärztlichen Leitlinien sprechen sich schon für einen probiotischen Ansatz aus.

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Um deinen Stress loszuwerden, dein Nervensystem zu stärken und damit deine Darm-Hirn-Achse nicht mehr verrücktspielt, musst du einen für dich passenden Ansatz individuell herausarbeiten. Hilfreich ist bei mir u.a.:

  1. Sport machen: Stresskiller No.1
  2. Meditation, 10 Minuten am Tag hilft schon sehr und generell achtsamer durch den Tag gehen, mehr Ruhephasen einbauen
  3. Yoga
  4. Genug schlafen

 

Für deine akute Symptomlinderung empfehle ich

  1. Für einige Tage 3x am Tag zwei Heilerde Kapseln einzunehmen (hilft gegen Blähungen und unterstützt deinen Darmaufbau)
  2. Zusätzlich am Tag 1x 1 EL Flohsamenschalen in Wasser (sehr schnell herunter damit, es schleimt nämlich und ist nicht so lecker pur, dafür aber sehr wirksam). Flohsamen quellen und regulieren sowohl Verstopfung als auch Durchfall und reinigen außerdem den Darm
  3. bei starken Symptomen: 3x 15 Tropfen Iberogast/Tag (gibt es in der Apotheke oder hier, nicht verschreibungspflichtig). Dies hat sich in Studien auch als sehr hilfreich erwiesen zur Regulierung der Verdauung und der Schmerzen bei IBS Patienten. Es ist außerdem rein pflanzlich und enthält sonst keine Zusatzsubstanzen

 

Wenn du ein Coaching benötigst, helfe ich dir gerne, schreibe mir hierzu eine Nachricht.

 

Ich hoffe, dass dir dieser Artikel hilft und es dir bald bessergeht! Mein Ziel ist es, dass so viele Menschen mit Darmproblemen wie möglich beschwerdefrei leben können! Wenn du jemanden kennst, für den dieser Artikel hilfreich sein kann, leite ihn gerne weiter.

Alles Liebe und bleib/werd gesund!

Deine Sarah

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