Wie Kaffee dich vor Alzheimer schützen kann und was deine Darmflora damit zu tun hat

So, ihr Schätzchen, heute ist wieder Science Friday. Ach ja und auch: Homeoffice Day, yay! Das heißt bei mir ab und zu: ab zum Coffee-shoppen für die Arbeit 🙂  in eine von Hamburgs Spitzenröstereien. Nirgendwo ist der Kaffee zwar besser als in Costa Rica, wie ich mich selbst mehrere Monate lang überzeugen durfte, doch die Hamburger Röster sind da schon ganz nah dran.

 

Ich muss jetzt wirklich mal eine Lanze brechen für das braune Gold. Man hat Kaffee zwar lange ein eher schlechtes Image angehängt, aber mittlerweile wird die Wirkung von Kaffee auf quasi jede Körperzelle untersucht- mit ziemlich überzeugenden Ergebnissen-.

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Weil es in meinem Blog jedoch um den Darm und vor allem unsere Darmbewohner geht, wollen wir uns auch erst einmal hierauf beschränken. Da unser Darm auch unser 2. Gehirn ist, komme ich natürlich gerne heute einmal wieder auf die Verbindung zwischen dem 2. und dem 1. Gehirn zurück. Stichwort „Darm-Hirn-Achse“.

 

Ich hatte früher schon einmal kurz beschrieben, wie sich eine schlechte Darmflora langfristig auf den Zustand deines Gehirns auswirkt, nämlich negativ. Viele neuronale und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder auch ALS scheinen zu keinem geringen Maß in direktem Zusammenhang zu stehen mit einer veränderten Darmflora. In Studien wurde bereits gezeigt, dass eine Verbesserung der Mikroflora (also unserer Darmflora) durch die Einnahme von Probiotika auch eine Symptomverbesserung bei diesen Erkrankungen zeigt – ist doch sensationell!

Wir können also unsere Darmbakterien steuern, damit wir uns im günstigsten Fall vor vielen Krankheiten schützen können oder zumindest das Risiko der Erkrankung bedeutend mindern können!

 

Heute verrate ich dir mal wieder einen ganz tollen Trick, mit dem du als Steuermann deine Darmflora gezielt beeinflussen und deine Verdauung in Schwung bringen kannst:

KAFFEE trinken! (natürlich in Maßen  🙂  dazu jetzt mehr)

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In einer finnischen Studie konnte ein signifikant vermindertes Risiko (65 % weniger!) an Alzheimer zu erkranken festgestellt werden bei einer Personengruppe, die 3-5 Tassen Kaffee täglich konsumierte im Vergleich zu Menschen, die nur bis zu 2 Tassen tranken. Menschen, die sogar mehr als 5 Tassen tranken hatten auch ein verringertes Risiko für eine Demenzerkrankung (allerdings war dies nicht statistisch signifikant). (Cowan et al., 2014; Eskelinen, Ngandu, Tuomilehto, Soininen, & Kivipelto, 2009). Da soll uns nochmal einer erzählen, „Kaffee macht doof“, „schädigt das Nervensystem“… usw. !

Darüber hinaus kann Kaffee auch das Risiko zur Erkrankung an Typ-2 Diabetes, Herzinfarkt, andere kardiovaskuläre Erkrankungen, Parkinson und teilweise Krebs vermindern (Jaquet, Rochat, Moulin, Cavin, & Bibiloni, 2009).

Wie wunderbar, endlich der Freifahrtschein offiziell mehr Kaffee zu konsumieren!

Menschen mit einer empfindlichen Magenschleimhaut sollten vielleicht etwas achtsamer sein (bzw. mit Essen gemeinsam konsumieren), denn natürlich gilt generell wie bei allem: immer nur so viel, dass du dich auch gut damit fühlst. Das soll also kein Auftrag sein, dass JEDER ab sofort 6 Tassen Kaffee am Tag trinken muss, es gibt ja schließlich auch sehr viele andere Faktoren, die immer eine Rolle spielen.

 

Wie schützt mein Morgenkaffee jetzt mein Gehirn?

Die Verbindung liegt natürlich mal wieder bei der Darmflora. Kaffee enthält tatsächlich Ballaststoffe, die unsere Darmbakterien ja richtig gut finden (mehr dazu hier.). Die Fütterung unserer Darmflora mit Ballaststoffen führt dazu, dass sich gute Darmbakterien in unserem Darm wohler fühlen und sich lieber vermehren als Pathogene (also schlechte Bakterien und Pilze z.B.). Dieser Effekt und andere Stoffe des Kaffees wie z.B. Melanoide (die braunen Farbpigmente des Kaffees) sorgen am Ende dafür, dass unsere Darmschleimhaut und unsere Darmwand stabiler und weniger durchlässig sind für Giftstoffe und Bakterien allgemein, die ansonsten eine entzündliche Reaktion im Körper auslösen können. Mit einer guten Barriere im Darm schützen wir indirekt andere Organe und besonders das Gehirn. Kaffee stimuliert außerdem die Peristaltik (die Darmbewegung) des Darms, so dass deine Verdauung sich reguliert.

Kaffee enthält ebenfalls eine Menge Polyphenole, also einen Haufen Antioxidantien, die unsere Zellen vor DNA-Schäden und Zellalterung schützen. Um an die guten Eigenschaften von Polyphenolen heranzukommen, brauchen wir jedoch unsere Darmbakterien, die diese erst verdauen und damit schließt sich der Kreis wieder.

Also: Genießt euren Kaffee in vollen Zügen, Cheers!

Eure Sarah

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Referenzen

Cowan, T. E., Palmnäs, M. S. A., Yang, J., Bomhof, M. R., Ardell, K. L., Reimer, R. A., … Shearer, J. (2014). Chronic coffee consumption in the diet-induced obese rat: impact on gut microbiota and serum metabolomics. The Journal of Nutritional Biochemistry, 25(4), 489–495. https://doi.org/10.1016/j.jnutbio.2013.12.009

Eskelinen, M. H., Ngandu, T., Tuomilehto, J., Soininen, H., & Kivipelto, M. (2009). Midlife coffee and tea drinking and the risk of late-life dementia: a population-based CAIDE study. Journal of Alzheimer’s Disease : JAD, 16(1), 85–91. https://doi.org/10.3233/JAD-2009-0920

Jaquet, M., Rochat, I., Moulin, J., Cavin, C., & Bibiloni, R. (2009). Impact of coffee consumption on the gut microbiota: a human volunteer study. International Journal of Food Microbiology, 130(2), 117–21. https://doi.org/10.1016/j.ijfoodmicro.2009.01.011

 

 

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